Dienstag, November 12, 2019

Hilfe für Gitarristen: Neue Saiten

hallo Leute

Neue Saiten kennt ihr nicht? Macht nix, erklär ich euch!
Also folgendes: Irgendwann ist jede Gitarre mal so weit, dass sie mal die eine oder andere Saite braucht. Ich rede jetzt mal hauptsächlich von Westerngitarren, aber die "obere" Hälfte dieses Tipps kannst du auch für E-Gitarren nehmen, die kein Floyd-Rose Tremolo haben oder ähnliches.
Die "Obere" Hälfte bezieht sich hier übrigens auf den Kopf der Gitarre.

Saiten wechseln muss man aus verschiedenen Gründen. Ganz profan, wenn eine Saite reißt, oder weil die Gitarre einfach nicht mehr gut klingt und die Saiten auch gar nicht mehr so aussehen wie damals als ihr die Gitarre gekauft habt. Stattdessen wirken sie irgendwie rostig (Rust never sleeps)

Gut Scherz Beiseite. Saiten sind Verschleißteile und Altern aus unterschiedlichen Gründen. Zum einen schadet ihnen dein Handschweiß, zum anderen, kann es sein, dass sich (besonders die beiden hohen) Saiten immer verstimmt anhören, obwohl ihr sie mit einem Stimmgerät sauber gestimmt habt. Auch das kann ein Zeichen dafür sein, dass Saiten gealtert sind.

Beim Saitenwechsel, was zugegebenermaßen recht lästig ist, kann man schon den einen oder anderen Fehler machen. Deshalb versuche ich es mal damit zu beschreiben wie man eine Saite schnell und richtig aufzieht.

Erst mal runter mit der/den "Alten". Am einfachste geht das wenn du Rockin´ In the Free World spielst und dabei die Saiten einfach durchreißt. Relativ schnell geht es aber auch, wenn du sie so weit runterkurbelst, dass sie ohne Probleme so 3 - 4 cm nachgibt und du dann einfach den Saitenpinn rausziehst. Danach kannst du die Saite relativ schnell oben abdrehen. Bei einer gerissenen Saite, solltest du beim Entfernen des Pinns wenn möglich das gerissene Ende festhalten, es verschwindet sonst fast ganz sicher in der Gitarre und poltert dann die ganze Zeit vor sich hin.

Oben drehst du die nun leere Stimmmechanik so, dass das Loch, dass gleich die neue Saite aufnimmt in etwa 90 Grad zum Saitenverlauf steht.

Nun nimmst du die zu den anderen Saiten passende Saite aus ihrer Verpackung und entzwirbelst die Saite. Pass dabei auf, dass sie nicht in sich verdreht ist.

Nun steckst du das untere Ende der Saite, du erkennst es daran, dass sich hier ein kleiner Metallring befindet in das Loch, in dem vorher der Saitenpinn saß. Diesen steckst du jetzt mit der Nut gerade Richtung Hals in das Loch. Drück ihn noch nicht fest!

Nun läßt du die Saite mit leichtem Zug locker durch die Finger gleiten, die sich Richtung Stimmmechniken bewegen. Dabei sollte sie nicht weiter in die Gitarre gleiten

Die Saite wird nun durch das Loch gefädelt.  UND ZWAR VON INNEN NACH AUßEN!!! Ziehe dabei die Saite soweit durch, dass nur noch ein paar Zentimeter Luft bleibt, da.h., dass nur ein paar cm Saite übrig bleibt.

OK. Ich weiß ja, du hast die ganze Saite bezahlt, weswegen du auch die ganze Saite aufwickeln möchtest. Aber warum? 1. das ist nicht nötig und 2. hast du dann fast ziemlich sicher ein Stimmproblem, da besonders die tiefen Saiten sich nicht vernünftig aufwickeln werden.

Ich knicke die Saite an der Stelle wo sie die Stimmmechanik verläßt immer 90 Grad nach oben ab, was verhindern soll, dass sich das Saitenende irgendwo anders verheddert. Ab nun musst du aufpassen, dass die Saite nicht zurückrutscht, da sie sonst an der Knickstelle reißen wird.

Ich halte die Saite nun mit der rechten Hand auf die Kopfplatte gedrückt (bzw. auf den Sattel) und fange mit der linken Hand langsam die Mechanik in die richtige Richtung zu drehen. Das bedeudet, das Einfädelloch dreht sich nun vom Korpus weg. Sobald die Saite von alleine im in der Stimmmechanik hält, kannst Du deine Hatltungmit der rechten Hand etwas entspannen. Lass die noch lockere Saite aber nicht los, sondern erzeuge solange einen Druck, bis die Saite leicht gespannt ist. Beim Aufkurbeln achte darauf, dass sich die Saite gleichmäßig von unten nach oben aufwickelt (und nicht aussieht wie eine Portion Spaghetti). Für die tiefen Saiten genügen 2, maximal 3 Windungen (also Umdrehungen), für die beiden hohen Saiten können es auch 4 oder 5 sein. Mehr braucht es nicht. Wenn sie kurz vor ihrer richtigen Stimmhöhe ist, drückst du den Saitenpinn ganz runter, falls er nicht schon vorher rausgekommen ist.

Auf die Art, sollte die Saite auch recht schnell stimmstabil sein, das sollte keine 2 Minuten dauern.

Nun habe noch Mitleid mit deinen Mitmenschen, Mitmusikern oder der Katze (bzw. deren Augen), oder wem auch immer, und schneide mit einem Seitenschneider die überstehenden Saitenreste ab.

Falls du eine Stimmkurbel benutzt, kannst du diese getrost wegwerfen oder als irgendetwas andere gebrauchen, so was ist vollkommener Unsinn. Bei den paar Umdrehungen, geht es mit der Hand viel schneller und sauberer.

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