Dienstag, Juni 27, 2017
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Shakey Pictures

Long May You Run (Eine Biografie in Bildern)Teil der Biografie "Long May You Run" von Daniel Buchholz & Gary Graff mit freundlicher Genehmigung des Edel Verlages, der uns freundlicherweise Inhalte der Biografie für Euch zur Verfügung gestellt hat. Neugierig geworden? Das Buch könnt Ihr selbstverständlich auch bestellen -> www.edel.com

Ins Deutsche übersetzt von Ulrike Bischoff und Dr. Wilfried Baatz

Bernard Shakeys Celluid-Abenteuer

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Shakey Pictures LogoNeil Young mangelte es durchaus nicht an kreativen Ausdrucksmöglichkeiten, als er 1973 mit seiner neuen Firma Shakey Pictures den experimentellen Spielfilm "Journey Through The Past" herausbrachte. Schließlich war er damals als Solomusiker und mit 2 erfolgreichen Bands aktiv: mit Buffalo Springfield und mit Crosby, Stills, nash & Young.

Warum also Filme?

"Das war etwas, was ich machen wollte", erklärte Neil Young dem Rolling Stone. "Die Musik, die immer mein primäres Anliegen war und ist, schien einfach in diese Richtung zu weisen. Ich wollte visuell ausdrücken, was ich besang"

Als Regisseur und Drehbuchautor betätigte sich Young fünfmal, meist unter seinem Pseudonym Bernard Shakey. Den Spitznamen Shakey (Wackler) handelte sic Young bei seinen ersten Filmversuchen ein, als er "anfing, ziemlich plüscige Amateurfilme zu drehen...Er hatte keine sonderlich ruhige Hand an der Kamera, und so entstand sein Alter Ego Bernard Shakey", wie sein Biograf Jimmy McDonough dem Rundfunkmoderator Scott Simon erzähle.

Youngs Filmschaffen stellte seine Fans und Kritiker noch mehr auf die Probe als seine zahlreichen Musikproduktionen. Auf konventionelle Plots und Drehbücher verzichtete er, und bei einem Interview erklärte Young: " Ich kann nie mehr als jewils eine halbe Seite schreiben." Er bevorzugte ein spontaneres Vorgehen. " Ab und zu mache ich gern etwas, was schiefgehen kann." Das hören Produzenten und Studios nicht besonders gern.

Young erlebte als Filmemacher sowohl fehlschläge als auch Erfolge. Die meisten finden jedoch. dass die Filmografie vom Mr. Shakey, der seine Kameratechnik später bei Werbefilmen für das Hyatt House Hotel verfeinerte, durchaus interessant ist.

After The Gold Rush (1972):

Neil Young schlug Universal Pictures diesen Katastrophenfilm nach dem Drehbuch des Schauspielers Dean Stockwell vor. Das
Projekt kam nie über das Planungsstadium hinaus.

Journey Through The Past (1973):

Das erste von Shakey Pictures realisierte Projekt war ein impressionistischer, breit gefächerter Film mit einem Budget von 350 000 US-Dollar. Young bezeichnete ihn nach der Aufführung beim U.S. Film Festival in Dallas als »eine Ansammlung von Gedanken«: »Jede Szene bedeutete mir etwas – auch wenn ich bei manchen nicht sagen kann, was.« Selbst Fred Underhill, der Coproduzent
des Films, räumte ein: »Ich frage Neil auch immer wieder, worum es eigentlich geht.« Der Film hat eindeutig ein Post-Hippie-Flair und einen gewissen Kitchen-sink-Realismus. Konzertaufnahmen wechseln ab mit Vignetten über David Crosby, Graham Nash und Stephen Stills sowie Dokumentarszenen von Jesus-Demonstrationen auf dem Hollywood Boulevard und Reverend Billy Graham sowie Präsident Richard Nixon, die bei einer Jugendversammlung »God Bless America« singen. Es gibt Szenen von einem Junkie, der einen Schuss vorbereitet, und von Neil Young und seiner Freundin Carrie Snodgress, die einen Joint rauchen. Im Zentrum des Films steht Youngs Nachbar Richard Lee Patterson als metaphysische Figur namens »The Graduate«, der in einem Pickup herumkutschiert. In einer Szene suchen ihn Reiter mit Kapuzen auf und übergeben ihm eine Bibel, in der eine Spritze liegt (weshalb der Film in Großbritannien verboten wurde). »Ich finde, für ein Erstlingswerk ist es ein guter Film«, sagte Young dem Rolling Stone. »Ich schuf einfach ein Gefühl ... Er ist nicht zur Unterhaltung gemacht. Ich gebe zu, ich habe ihn für mich gemacht.«

Rust Never Sleeps (1979):

Mit dieser Produktion, die manche zu Recht für einen der besten Konzertfilme aller Zeiten halten, landete Shakey einen Volltreffer.
Die Aufnahmen entstanden am 22. Oktober 1978 im Cow Palace in San Francisco und fingen Neil Young und Crazy Horse in vollem Galopp ein mit neuen Songs von dem gleichnamigen Album und früheren Neil-Young-Hits. Durch die Show zieht sich ein roter Faden: Am Ende des akustischen Sets »schläft« Young ein und erwacht auf einer Bühne voller gigantischer Verstärker und Cases. An Stars Wars erinnernde »Road-eyes« tragen Equipment hin und her und tauschen Instrumente aus, Tontechniker laufen in Kostümen der Coneheads aus der Comedy-Show Saturday Night Live herum, und Produzent David Briggs tritt in weißem Kittel als »Dr. Decibel« auf.

Human Highway (1982):

Mit einer Komödie kehrte Shakey zum experimentellen Film zurück. Diesmal versenkte er 3 Millionen US-Dollar und drehte mit Unterbrechungen vier Jahre lang in einem Hollywood-Studio und in Taos Pueblo, New Mexico. Der Film, dessen Titel von einem CSNY-Song von 1974 stammt, hat ein (extrem) lockeres Plot: Er spielt am letzten Tag der Erde in einer fiktiven Stadt im Schatten
eines Atomkraftwerks, dessen Arbeiter von der Band Devo gespielt werden. Young mimt als Hauptdarsteller den Automechaniker Lionel Switch, der davon träumt, ein Rockstar zu werden. Co-Regisseur Dean Stockwell spielt ebenso mit wie Russ Tamblyn,
Dennis Hopper, Sally Kirkland, Youngs Ehefrau Pegi und sein Manager Elliot Roberts. Im Juni 1983 hatte der Film in Los Angeles Premiere und wurde ein Erfolg. Auf Video erschien er erst zwölf Jahre später.

Muddy Track (1986):

Dieser geplante Konzertfilm wurde nie realisiert. Einige Aufnahmen flossen jedoch in Jim Jarmuschs Dokumentarfilm Year of the
Horse ein.

Greendale (2003):

Mit dieser Parabel über Tradition und Wandel im kleinstädtischen Amerika, durchsetzt mit Botschaften gegen die Medien und für Umweltschutz, versuchte Shakey sich an einer Rockoper. Zu zehn langen, weitgehend instrumentalen Stücken brachte der Film Schauspieler und Freunde von Young zusammen – darunter seine Frau Pegi, den Musiker Ben Keith, dessen Frau Elizabeth und Mitglieder der Band Echobrain –, die lippensynchron zu den Songs sangen. Der selbst gemachte Low-Budget-Film war laut Movie Data Base »im Grunde ein Musikvideo in Spielfilmlänge«. Aber Jonathan Demme, der bei Youngs Konzertfilm Silver & Gold 2006 Regie führte, nannte ihn »einen meiner amerikanischen Lieblingsfilme. Er wirkt, als wäre er mit einem absoluten Minimalbudget
gedreht ... aber der Einfallsreichtum ist grenzenlos«.

CSNY / D éjà Vu (2008):

Shakeys stärkster Film ist wohl diese Dokumentation über die polarisierende Freedom of Speech Tour von 2006, bei der konzeptionell Youngs Album Living with War im Fokus stand. »Ich fand es ein gutes Thema für einen Film«, erklärte Young, als der Film anlief. »Ich ging es als journalistische Arbeit an und versuchte, mit dem Material, das wir sammeln konnten, so ausgewogen wie möglich umzugehen.« Young gewann den Fernsehjournalisten Michael Cerre dafür, CSNY auf der Tour als »embedded« Reporter zu begleiten und Fans und Gegner zu interviewen. So entstand ein sehr ausgewogenes Bild von den unterschiedlichen Publikumsreaktionen auf die Show – die unter anderem ein Absetzungsverfahren gegen Präsident George W. Bush forderte. Cerre, der auch aus dem Irak berichtet hatte, verschaffte Young Kontakte zu Veteranen des Irak-, Afghanistan und Vietnamkrieges und zu Angehörigen gefallener Soldaten. Der Film gipfelt in einer sehr eindringlichen Sequenz, in der CSNY zu Bildern von Überlebenden, die um ihre Angehörigen trauern, »Roger and Out« und »Find the Cost of Freedom« spielen.

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