Dienstag, März 28, 2017
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PONO Diskussion, technische Grundsatzfragen

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SchwachSuper 
Hier mal wieder PONO-Diskussion, das von Neil proklamierte Über-Format für digitales Audio, gesampelt mit 24 bit und 192 kHz.

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Ein etwas wissenschaftlicher Artikel, mit dem Fazit, dass Neils Pono 24bit/192kHz Unsinn ist, nicht hörbar, bzw. schlechter ist (u.a. durch Intermodulations-Störungen durch Nichtlinearitäten) und mehr Platz verbraucht :


"Unfortunately, there is no point to distributing music in 24-bit/192kHz format. Its playback fidelity is slightly inferior to 16/44.1 or 16/48, and it takes up 6 times the space.

There are a few real problems with the audio quality and ‘experience’ of digitally distributed music today. 24/192 solves none of them. While everyone fixates on 24/192 as a magic bullet, we’re not going to see any actual improvement."

Hier auch mal lesen zum Nyquist Sampling-Theorem: http://de.wikipedia.org/wiki/Nyquist-Shannon-Abtasttheorem

Vinyl Freaks sagen: "Ich glaube hauptsächlich das was und wie ich höre. Und dass Vinyl besser klingt als CD empfinde ich so. Ich lese den den Artikel da erstmal kritisch und bin da eher bei Neil Young bis ich mal die Chance hab, PONO zu hören. Im Vergleich CD - Vinyl hatte er auch Recht behalten."

Jedoch, hier hinkt der Vergleich: Vinyl ist einfach ein anderer physikalischer Aufnahme- und Wiedergabeprozess als CD, das ist hier eher wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Da spielen psychoakustische Effekte eine Rolle und wie die CD verglichen mit der Vinyl in der Dynamik komprimiert wird.

Mir ist einfach unklar, wie Frequenzen -- hier eben die 96 kHz von PONO, die das menschliche Ohr gar nicht hören kann (f_max ca. bei 20 kHz), oder der HiFi-Verstärker nicht übertragen kann (<40 kHz max?) den Höreindruck verbessern können, es sei denn, es treten Nichtlinearitäten auf, die man dann wieder hören kann - die können schädlich sein, oder einen subjektiv angenehmeren Klang verursachen, wie beim Unterschied Röhren- versus Transistor-Verstärker. Siehe im Artikel das Beispiel mit dem Infrarot-Licht, das man einfach nicht sehen kann.

In der Dynamik hört man wohl den Unterschied zwischen 16-bit und 24-bit auch nicht. 24-bit ist einfach praktischer für den Toningenieur, weil er weniger justieren muss, weil Overkill, aber letztendlich könnte man es zum Schluss des Masterings als 16-bit herausgeben.

Bei PONO (192 kHz) versus CD (48 KHz oder so) kommt es wohl auch auf den ganzen Sampling-Prozess mit all den eingesetzten Filtern drauf an (Anti-Aliasing, Filer-Steilheit u.dgl...). Aber bin auch gespannt, was die Leute dann sagen, wenn es mal raus ist und man direkt zwei Aufnahmen vergleichen kann, die dann aber auch gleich gemastert sein müssten.

Fakt im Moment ist, dass Pono noch lange nicht rauskommt, und der Fakt, dass es zum Runterladen und Speichern 6 Mal mehr Zeit und Platz braucht wie bekannte digitale Audio-Sampling-Verfahren, hilft auch nicht grade für Akzeptanz. Bei den Mädchen mit den weissen Apfel-Kopfhöreren...

Siehe: http://www.forbes.com/sites/bobbyowsinski/2013/08/26/neil-youngs-pono-music-service-illustrates-hi-def-audios-problems/

Lassen wir uns überraschen.
  • Gast (Dani Arrow)

    Auszug aus einem Interview mit Tom Petty 08/2013:

    Judging by your radio show, it still seems like you spend a lot of time listening to deep vinyl cuts.?

    Yeah, I have a big vinyl collection and I still think it's the best sounding format apart from the one Neil Young's got in his car. If they ever get that Pono [Neil Young's super high-definition audio platform] thing up and working, that’s something I'm really behind. I think that if people realize that with an mp3, you're only getting five percent of the sound that's there. But when you hear the entire thing . . . I think it would save the music business. It's such a drastic change.

  • Gast (Steve)

    Die ganze Diskussion Vinyl - CD - mp3 ist Quatsch. Entscheidend ist einzig und allein das vorangegangene Mastering. Ende 80er / Anfang 90er wurden unglaublich schlechte "Harvest"-CDs verkauft. Wie schlecht deren Klang war, wurde leicht deutlich, wenn man die zur gleichen Zeit im Handel erhältliche Vinyl-Fassung von "Harvest" auflegte. Deren Klang war (gefühlt) organischer, wärmer. Dieser Zustand änderte sich erst als mit "Archives Vol. 1" das Material neu gemastert wurde. Plötzlich klang auch digital warm und organisch. Also alles eine Legende aus den Zeiten, als die Industrie schlampig gemasterte CDs unters Volk brachte, um eine schnelle Mark zu machen.

  • Gast (Hank Shakey)

    Das große Problem an mp3-Dateien wird erst deutlich, wenn - wie im Text erwähnt - eine ordentliche bzw. dem Studiosound entsprechende dynamische Abmischung vorliegt. Das Album muss nicht einmal mehr gemastert sein - und strenggenommen dürften die PONO-Alben auch nicht gemastert sein, sondern nur den Mix der Originalbänder bieten, der eben selbst (noch) nicht gemastert wurde. Eine dynamische Abmischung deckt die Schwächen der mp3-Komprimierung direkt auf, nämlich das Entstehen von Artefakten. Liegt allerdings ein auf hohe Loudness abgemischtes, also in der Abmischung undynamisches Album vor, würde auch die PONO-Ausgabe eines solchen Albums nichts bringen - es sei denn, erst das Mastering dieses Albums hätte die Dynamik des Klangs eingeschränkt.

    Man muss ganz konkret zwischen der originalen Abmischung und dem Master unterscheiden, erst dann wird die Intention von PONO deutlich: Denn den (Quasi-)Studioklang gibt es nur mit der originalen Abmischung. Je höherwertiger die originalen Analogbänder digitalisiert wurden, desto besser ist der Klang am Ende - da gibt es auch keine unterschiedlichen Meinungen mehr; alles unter 24 bit/192 kHz bietet so gesehen weniger Klang.

    Ob man das auch heraushört, hängt natürlich vom Abspielgerät, dem Verstärker und den Boxen bzw. vom Kopfhörer ab. Erst, wenn dort alles hochqualitativ ist, kann man die klarere Auflösung (und somit den besseren Klang) hören. Damit wird aber auch deutlich, dass PONO nur etwas für den HiFi-Markt ist und nicht mit weißen "Äppelknöppen" oder Dre-Beats hörbar wird.

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