Montag, April 24, 2017
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Pono ( "rechtschaffend" hawaiianisch)

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SchwachSuper 

Pono PlayerMit seinem Aufnahmeformat Pono ist es Neil Young sehr ernst. Er will den Musikmarkt damit revolutionieren. Das sollte jedem spätestens nach der Lektüre seiner Autobiografie klar sein. "Niemand wird das große Comeback von ultimativer Qualität aufhalten können", schreibt er dort. Er möchte erreichen, dass alle Hörer den Sound hören, den die Musiker im Studio eingespielt haben.

In der TV-Show von David Letterman hat Neil Young seinen Pono-Player erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Gerät soll Musik in der Studioauflösung von 24 Bit und 192 Kilohertz abspielen können. Irgendwann sollen es sogar 384 Kilohertz sein. Nicht nur tragbare Player soll es geben, in Zusammenarbeit mit dem schottischen Hi-Fi-Hersteller Linn möchte Neil Young auch Geräte für den Wohnzimmergebrauch auf den Markt bringen. Besonders wichtig ist Neil Young aber, dass Pono nicht nur etwas für Besserverdiener ist.

Schon immer hat Neil Young MP3 als Mist bezeichnet. Die komprimierten Musikdateien enthalten nur etwa fünf Prozent der Daten der Originalaufnahme. Neil Young selber verwendet ja ganz bewusst noch sein altes Mischpult und ein Zwei-Zoll-Tonband zum Aufnehmen, weil er den alten Röhrensound liebt. Nach seiner Meinung erzeugen gerade die Obertöne Emotionen, die durch MP3 verloren gegangen sind.

Im Jahr 2012 schon sollen die ersten Geräte auf den Markt kommen. Neil Young hat sich erste Verbündete gesucht. Neben Plattenmanager Kallman ist das vor allem Mark Goldstein, ein Start-up-Spezialist, den Young durch Freunde aus dem Silicon Valley kennengelernt hat. Musiker wie Tom Petty oder Kid Rock und Starproduzent Rick Rubin sollen begeistert von Pono sein. Besonders wichtig ist aber wohl, dass die großen Musiklabels Universal, Sony und Warner das Projekt unterstützen. Warner hat bereits ca. 8000 Alben auf die höchste Auflösung von 192 Kilohertz und 24 Bit umgestellt, schreibt das Magazin "Rolling Stone".

Neil Young mit pono playerNeil Young hat mit dem verstorbenen Apple-Mitbegründer Steve Jobs über die Einführung von iTunes-Downloads mit besserer Tonqualität gesprochen. Neil selbst hat gesagt: "Sie müssen mir glauben, wenn er länger gelebt hätte, hätte er schließlich das gemacht, was ich selbst versuche." Das Unternehmen Apple hält sich heute allerdings beim Thema Pono zurück. Neil Young selber glaubt aber, sein Angebot werde iTunes zwingen, seine Qualität schneller zu verbessern als bisher.

Neil Young geht es letztendlich nicht darum, den CD-Sound verlustfrei wiederzugeben, sondern die Qualität der Studio Master-Bänder an den Anwendern weiterzureichen.

Statt der vergleichsweise niedrigen Auflösung von 16-bit/44.1kHz bei Audio-CDs, soll man die volle 24-bit/192kHz Bandbreite der Original Aufnahme bekommen.

Fachstimmen aus Deutschland:

Der Berliner Hi-Fi-Hersteller Dieter Burmester sagt: "Ich freue mich, dass Neil Young sich abhebt von diesem MP3-Quantifizierungswahn, möglichst viele Titel in mieser Qualität auf einen Datenträger zu pressen." Es sei aber nicht zwingend, dass Aufnahmen in 192 Kilohertz besser klingen als in 96 oder 44 Kilohertz. Und ein Standard von 384 Kilohertz würde sehr teuer. "Das fängt schon in den Studios an."

Thomas Sporer, einer der MP3-Erfinder und heute am Fraunhofer-Institut in Ilmenau sagt: „Das alte Format hat Schwächen und ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Das Nachfolgeformat AAC, das auch von Apple - und Android-Geräten unterstützt wird, schafft aber schon lange 192 Kilohertz. Da hört niemand mehr einen Unterschied zum Original, auch Neil Young nicht."

Das Portal Heise Online schrieb erst im Oktober 2012: „Tatsächlich können nur die Wenigsten Frequenzen bis 22 kHz überhaupt wahrnehmen. Das grundlegende Theorem der Nachrichtentechnik – Abtast-, Sampling, Shannon-, Nyquist- oder WKS-Theorem genannt – besagt, dass man kontinuierliches, bandbegrenztes Signal mit der doppelten Frequenz zeitdiskret abtasten muss (aber nicht mehr!), um das Originalsignal verlustfrei aus dem Ergebnis rekonstruieren zu können, allerdings nur mit unendlich großem Aufwand. Zumindest prinzipiell müssten die von der CD bekannten 44(,1) kHz daher ausreichen, auch wenn man sich mit höheren Sampling-Frequenzen das Leben erleichtern kann.

Dass höhere Sampling-Raten aus bestimmten Gründen durchaus sinnvoll sein können, in der Regel aber nicht zu besserer Klangqualität führen und bei Abspielformaten möglicherweise sogar schädlich sind, beleuchtet der Beitrag von Christopher "Monty" Montgomery (Xiph.Org), von dem unter anderem das Source-Audioformat Ogg Vorbis stammt und der auch an der Entwicklung von Opus beteiligt war. Er hatte sich bereits im Frühjahr detailliert zu Neil Youngs Plänen geäußert."

Weblinks zum Thema:
www.mypono.com
xiph.org
Heise online;
Jens Tartler im STERN vom 27.11.12
***
  • Gast (Guido)

    Long may you run

  • Gast (Rock R.)

    Wer keinen Unterschied zwischen 192khz und wave hört hst wirklich
    etwas an den Ohren. Für all die, die wirklich kein Gehör haben,folgender Hinweis;: Einfach bei einem Schlagzeug mal auf die Becken achten. Na, "klingelts?" :-)
    Auch die Wucht der tiefen Frequenzen geht dahin und es sind Artefakte zu hören.

    Mp3 ist das schlechteste aller Formate. Ogg ist das besser.
    Dennoch ist es ein Unding, das Musiker versuchen eine vernünftige Qualität zu erreichen, nur um dann festzustellen, dass ihre Arbeit als Mp3 file auf iTunes endet....ohne Cover... schlimm.
    Die Menschen verlernen Musik und eine komplette Veröffentlichung zu genießen

  • Gast (Franz)

    Ach Neil, das gibt es doch schon laengst siehe IRIVER Astell & Kern.....fuer schlappe 700Euro.

  • Als Antwort auf: # 183

    Das ist mitnichten der Artikel. Informationen wurden überall zusammengesammelt, aber keine Frage, gehört mit zu den Links und ist ja schon drin...

  • Gast (Rainer)

    herrliche Diskussion! Kann man's hören? Was ist Musik? Eine Welle, wohl kontinuierlich. Beim Sampeln auf digital wird es zerbrochen in einzelne ja/nein bits, im Prinzip ein Rechteckfilter, nach Signalverarbeitungstheorie hat es dann die entsprechenden Seitenbänder im Frequenzspektrum, die muss man dann wieder rausfiltern, denn sie sind eigentlich bei der Musik nicht dagewesen. Drum macht es Sinn, drüber nachzudenken, wie hoch man abtastet.

    Ganz tief drinnen machen die Dinge (es gibt keine Dinge) Quantensprünge. Werden geleitet von einer analogen Welle.

    Wenn du darüber einen Rechteck-digitalfilter legst (it from bit, wie Pono-X sagte), hast du Seitenbänder, du veränderst das Original-Signal. Natürlich hört man oder spürt das. "Spüren" hat ein breiteres Spektrum als der reduzierte .MP3-Dreck, der herrlich wie das ewige Komprimieren, boosten, in die Landschaft passt. Alles zubrüllen, da musst du nur den Fernseher mal aufmachen, wie das brüllt.

    Mit Neil Young: "da laufen diese schönen Mädchen durch die Strassen und haben dann diese weissen Dinger im Ohr".
    "But we can fix that".

    Drüber nachzudenken, ob man den Sound verbessern könnte, ist doch klasse. Live Musik kann sich garantiert nicht auf blosse 44 KHz reduzieren. Dieses Verhackstückeln ist ein grundsätzliches Problem des heutigen Materialismus'. Man macht nur mehr "Analyse", aber auf welcher Basis, wie sampeln, ist den meisten nicht mehr klar. Musik ist weit als mehr als blosse Bits. Neil Young hat das erkannt, der lebt das ja.

    Tief drinnen: die Dinge erscheinen so, wie man sie sampelt. Das ist da pure Physik. Der Beobachter wählt aus, was er sehen will, und das dann eben sieht er es so. Heisenberg-Choice zuerst (was will ich sampeln?) und nature-choice (da fall ich in meinen Platz)

    Es ist mehr als 44 KHz. .

    Drum wünsch ich ihm Glück mit seinem Pono. Pony? Porno? scheiss-name :D

  • Gast (pono-3)

    das sind Teile davon. Aber ja, fair use.

  • Gast (Pono2)

    Das ist der Originalartikel von Jens Tartler im STERN vom 27.11.12. Kennzeichnung der Übernahme wäre fair.
    STERN: digitale-musik-neil-youngs-grosse-plaene-mit-dem-pono-player, 27.11.2012

  • Gast (Pono)

    danke @Jens. Klasse Artikel. Wurzel für Pono-Diskussion gelegt. Shannon-Nyquist-Theorem und alles, das sind Theorien der Informationserhaltung, nicht für's Gefühl. Sampling, i.e. Datenreduktion geht weit drüber hinaus. Wenn du mit Rechteck filterst, kriegst du wieder neue unharmonische dazu, die du wieder wegfiltern musst, die tauchen auch in den hohen Seitenbändern auf. Digital versuchst du, das analoge nachzuahmen. "von der CD bekannten 44(,1) kHz daher ausreichen" ist quatsch, denn es sind nicht nur meine tauben Ohren, die da involviert sind. Es gibt mehr Gefühle. Leben kann man nicht auf 44 Khz reduzieren.

    Digitales sampling heisst immer auch, es an das analoge Signal so weit es geht anzupassen. Neil hat recht: alle die schönen Mädels in den Strassen, die er sieht mit ihren weissen Kopfhörern, versauen sich ihr Ohr und wissen es nicht mal mehr.

    Ich seh's Problem darin, dass eben die Sudios (wie im Artikel erklärt) nich ausgerüstet sind, hoch zu sampeln. Das kostet. .MP3 ist billig und reicht für die Massen, wie alles Jahrmarktsgeplärre. Es reicht aus. Da ist auch Neil-Anspruch, dass es eben nicht immer ausreichen soll, sondern, dass du weiter gehst.

    "It from bit"
    [John Archibald Wheeler]

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